e-Soccer: Der FC Rumeln war dreifach vertreten

Am Samstag ging es für drei Vertreter des FC Rumeln-Kaldenhausen auf die Reise nach Münster, es stand eine Infoveranstaltung des WDFV auf der Agenda. E-Sports bzw. e-Soccer war hier das Thema, so dass die Jugendabteilung gleich 3-fach vertreten war, denn mit unseren aktiven Spielern Philipp (C-Junioren) und Justin (A-Junioren) hatten wir auf fachkundigere Vertreter gesetzt.

Das Publikum war bereits deutlich jünger als bei anderen Verbands-Veranstaltungen – es waren alle Altersschichten vertreten. Empfangen wurden wir in der West-Lotto-Zentrale, auch interessant, das in dem großen Saal früher die Lotto-Tippscheine von zig Mitarbeitern per Hand ausgewertet wurden – darüber hatten wir ja noch nie nachgedacht – jetzt macht das die EDV das. Nein, den Mann mit dem Koffer, den haben wir leider nicht getroffen…

Nach einer Begrüßung durch den Geschäftsführer von Westlotto (die nicht nur im Wettbereich eng mit dem Sport verbunden sind) und einer Einführung durch den WDFV-Präsidenten Hermann Korfmacher ging es dann wirklich los.

Entwicklung des eSports in Deutschland war das Thema von Dr. Fabian Hedderich und Jan Schlüter von Nielsen Sport, die uns wirklich interessante Einblicke in das Thema gaben. So stellte sich heraus, dass zwar die jüngere Generation doch etwas fitter in diesen Dingen sei, doch die mittlere Generation durchaus eine Vorstellung von eSports hat. Interessant war dann auch lt. der Nielsen-Studie das der durchschnittliche e-Sportler 34,7 Jahre alt ist – zu 71 % männlich ist und über einen höheren Bildungsabschluss verfügt. Nebenbei bemerkt, sein Nettoeinkommen beträgt auch über 2.500 €. Gelernt haben wir dort aber auch dass – wie im richtigen Fußball – die Basis die Amateuerspieler sind.

 

Wie gut, dass ich auf fachkundige Begleiter gesetzt habe, klar ist mir Streaming ein Begriff, aber „Twitch“ war mir dann völlig neu… Ich habe auch noch nie andere beim „Zocken“ beobachtet. So zahlt z.B. Twitch für die Übertragungsrechte der Overwatch League einen Betrag in Höhe von $90 Mio. In Texas wird zur Zeit eine e-Sports-Arena für 10 Mio US-Dollar gebaut, aber das soll in Hamburg auch über kurz oder lang Realität werden.

Im Augenblick kommt FIFA 19 ins Gespräch – aber wusstet Ihr, dass sich FIFA 18 weltweit 14,5 Mio mal im Einzelhandel verkauft hat? In Deutschland ging das Spiel mehr als 2 Mio mal über die Ladentheke bwz den Lieferdienst. Es gehört zu den mit am meisten gespielten Spielen – doch ist es im Bereich des e-Sports und all seiner Komponenten doch noch ein kleines Licht. Die geschauten Stunden im August 2018 via Twitch waren da doch deutlich: Den ersten Platz mit 129,2 Mio Stunden belegte Fortnite (das habt Ihr sicherlich schon mal von Euren Kids gehört), der Klassiker World of Warcraft (davon habe ich letztens Disketten! gefunden) kam auf 55,4 Mio Stunden. Die weltweiten Playoffs von FIFA 18 brachten es im Mai/Juni auf gerade mal 3,5 Mio Stunden. Diese Statistik sieht aber bestimmt in den nächsten Monaten wieder anders aus – Ihr seid nicht die einzigen mit FIFA 19 auf dem Wunschzettel.

Der nächste Beitrag war wieder recht interessant – hier referierten Dr. Jan Kleibrink (Handelsblatt Research Institute) und Axel Weber (WestLotto) über den Wettbereich im eSports. Hier ist das im Wettbereich beliebteste Game League of Legends sicherlich auch vielen bekannt. Was ist gaming und wann ist es gambling war hier oftmals die Frage – welche das Thema einfach mal aus einer anderen Sichtweise betrachteten. Ach ja, die Wetteinsätze im e-Sports Bereich werden in diesem Jahr ca. 6.700 Mio US-Dollar betragen – für das Jahr 2020 wird eine Verdopplung prognostiziert.

Der Präsident des ESport Bund Deutschland e.V. referierte zum Thema „Was können klassischer Sport und eSport von einander lernern? Hier gab es einige interessante Ansätze aber auch Konflikte wurden deutlich. So trennte die Frage kann man e-Soccer von e-Sport trennen ganz deutlich die Lager. Auch wurde die Feststellung das der durchschnittliche e-Sportler nicht wirklich zur klassischen Vereinsstruktur passt nicht wirklich begrüßt.

Zocken üben konnte man dann vor Ort natürlich auch 😉

Einige sicherlich interessante Beiträge wie z.B. von Sport1 und von Schalke04 haben wir dann leider nicht mehr mitbekommen, da am Samstag auch Juniorenspiele anstanden. So ging es nach dem Mittagessen dann zurück nach Rumeln-Kaldenhausen – zur Unterstützung der jeweiligen Teams. Ein interessanter Ausflug – mal schauen wie sich das Thema innerhalb des DFB und der jeweiligen Verbände weiter entwickelt.
Danke an unsere fachkundigen Spieler, die auch innerhalb der Vorträge mir einiges erklären konnten.